Chronik

Schützenbruderschaft St. Johanni 1930 e.V. Münster

Im Mai 1930 fand der traditionelle Herrenausflug des Sparklubs“ Zum scharfen Eck“ in harmonischer Weise statt. Und da man sich so gut verstand, wollte man dies auch auf anderen Feldern wissen. So sprachen die Teilnehmer des Ausflugs von der Möglichkeit, einen Schützenverein zu gründen. Dieser Gedanke blieb dann auch bei der Heimkehr haften. Nach mehreren weiteren Besprechungen im kleinen Kreis fand am 24. Juni 1930 die Gründungsversammlung statt. Von den eingeladenen Bürgern aus dem Geistviertel rund um den Kappenberger Damm waren 40 erschienen, die dann auch die Gründung eines Schützenvereins beschlossen. Der Name wurde aus dem Namenstag an diesem Gründungstag, dem Tag des Heiligen St. Johannes genommen. An diesem Tag wurde auch der erste Vorstand gewählt. Erster Vorsitzender und Oberts wurde August Holtmann. Zum Hauptmann wurde Bernhard Kovermann gewählt, zum Schriftführer bestellte die Versammlung Ernst Hülswede, und das Amt des Kassierers trat Johann Kovermann an.


Zum ersten Ehrenkönig wurde Heinrich Erdhütter sen. ernannt. Das erste Schützenfest des Vereins, so legte es die Gründungsversammlung fest, sollte am 24. Juni 1931 gefeiert werden. Außerdem wurde ein Jahresbeitrag von 4,50 Reichsmark beschlossen. Und damit auch der musikalische Teil nicht vergessen wurde, stellte die Versammlung auch noch ein Trommlerkorps auf.

Dass die Gründungsversammlung recht getan hatte, konnte sie selbst in der Folgezeit erleben. Schon im ersten Jahr wurden viele Neuaufnahmen verzeichnet. So konnte hinter dem ersten Schützenvogel- eine Spende des Ehrenkönigs, der auch die Königskette stiftete- eine große Zahl von Schützen antreten. Erster Vogelkönig wurde Hauptmann Bernhard Kovermann. Im ersten Jahr wurde außerdem eine Vereinsfahne, durch Spenden finanziert, angeschafft. Noch heute wird an hohen Festtagen und Jubiläen diese Gründungsfahne bei Umzügen mitgeführt, nachdem sie durch einen Zufall aus dem Trümmerschutt des Zweiten Weltkrieges geborgen werden konnte. Die festliche Fahnenweihe nahm der damalige Oberbürgermeister von Münster Dr. Zuhorn, im Beisein von Abordnungen mehrerer Nachbarvereinen vor. Dies hat zu Freundschaften und Verbundenheit mit den benachbarten Schützenbruderschaften und Schützenvereinen bis zum heutigen Tage geführt.

Bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges verliefen alle Schützenfeste in bester Harmonie, wenn auch mit Einschränkungen durch die damaligen Herrscher. Danach ruhte die Vereinsarbeit, bis nach dem Kriege August Holtmann zur ersten Versammlung nach dieser schrecklichen Zeit zum 9. August 1947 einlud.


Damit wurde der Wiederaufbau des Vereins, der alsbald in eine Bruderschaft umgewandelt wurde, eingeleitet. Bis zu heutigen Tage werden alljährlich zünftige Schützenfeste gefeiert. Im Jahr 1948 legte der langjährige Vorsitzende August Holtmann sein Amt nieder. Er wurde für seine großen Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Sein Nachfolger wurde der König mit der längsten Regentschaft (von 1939-1947), Albert Beckmann sen., bis er den Vorsitz 1955 an den späteren Ehrenvorsitzenden und Ehren- Diözesan- Bundesmeister Willi Knop abgab.

Von 1960 bis 1987 führte Heinz Haverkamp die Geschicke der Bruderschaft als erster Brudermeister. Leider wurde er durch Krankheit gezwungen , seinen Posten in jüngere Hände zu geben. In diesen Jahren war er auch noch Bezirks- Bundesmeister und Diözesan- Geschäftsführer. Für diesen beispielslosen Einsatz für die Ideale der Bruderschaften und des Bundes wurde er mit dem goldenen Stern zum Schulterband, eine der höchsten Auszeichnungen des Bundes, ausgezeichnet. Im Jahr 1992 wurde er für seine unermüdliche Tätigkeit für die Bruderschaft zum Ehrenbrudermeister ernannt Seit 1987 führte Dieter Eckert die Geschicke der Bruderschaft. Zur Wahl im Jahr 1995 löste ihn der bisherige zweite Brudermeister Peter Schumacher als Brudermeister ab. Dieses Amt hat er bis zu heutigen Tage inne. Nebenbei ist Peter Schumacher auch Bezirks- Bundesmeister. Im Jahr 1999 öffnete sich die Bruderschaft auch für weibliche Mitglieder, inzwischen hat die Damen- Riege schon 15 Mitglieder , die die Bruderschaft verstärken.

Als im Jahre 1950 in der Gemeinde die neue St. Gottfried- Pfarre gegründet wurde wechselte die Bruderschaft von der Heilig- Geist- Pfarre zur St. Gottfried- Pfarre, der sie auch noch heute angehört. Im Jahre 1955 wurde Pater Erhard Kleppe Pfarrer der St. Gottfried- Gemeinde und auch Präses der St. Johanni Bruderschaft. Er hatte dieses Amt bis zu seinem Tode im Jahre 1992 inne. Ihm war die Bruderschaft sehr verbunden und zu großem Dank verpflichtet. Auch er war ein Schützenbruder durch und durch. Zur Anschaffung der Kirchenglocken und zum Baldachin für das Allerheiligste spendete die Bruderschaft namhafte Beträge. Seit Bestehen des Altenheims „ Maria- Hötte- Stift“ gehört es mittlerweile zur Tradition, dass die Bruderschaft ihren Festumzug zum Schützenfest, mit dem vereinseigenen Spielmannszug, die Bewohner mit einem Ständchen erfreut. Eine damit verbundene Übergabe einer Spende für einen Altennachmittag mit Kaffee und Kuchen ist den Schützen dabei eine Herzensangelegenheit.

In all den Jahren hat sich die Schützenbruderschaft rege und immer mit großen Abordnungen an den Veranstaltungen des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften beteiligt. Auch bei Jubiläen und Festumzügen befreundeter Bruderschaften und Vereine war St. Johanni stets gut vertreten.


Im Jahr 1975 errang der Vorsitzende Heinz Haverkamp beim Bundes- Königsschiessen in Aachen für die St. Johanni- Bruderschaft die Würde eines Diözesan- Königs. Im Jahr darauf errang der Jungschütze Eckard Rossmeier beim Bundesfest in Münster die Würde des Bundes- Prinzen. Im Jahr 1990 wurde Peter Schumacher und 1994 Werner Aselmann Landesbezirks- König. Von der Stadt Münster wurden die guten Schützen jeweils durch einen Empfang beim Oberbürgermeister im historischen Friedenssaal geehrt.

Auch beim jährlich stattfindenden Stadtschützenfest ist die Bruderschaft mit fast allen Schützen und Spielmannszug dabei. Auch hier konnten unsere Könige einige beachtliche Erfolge erzielen, die sich in barer Münze auszahlten. Auch unsere Jugend ist gut dabei. Die letzten drei Prinzen und Prinzessinnen konnte jeweils einige Insignien abschießen. Sie bekamen dafür eine Prämie.


Einen besonderen Jubel gab es beim Stadtschützenfest 2004 als König Stephan Wischer mit dem 141. Schuss den Vogel erlegte und damit als Stadtkönig ins Jubiläumsjahr (25 Jahre Stadtschützenfest) des Stadtverbandes führt und auch die Bruderschaft in ihr 75igstes Jahr führt.


Leider scheitern die Schiesssportlichen Aktivitäten der Schützen derzeit an mangelnden Trainings- Möglichkeiten auf breiter Ebene, da nicht genügend Schiessstände für die Jugendarbeit zur Verfügung stehen. Auch wird seit Jahren eine Fahnenschlägerriege aufgebaut, die an die Erfolge der Schiessriegen anknüpft. Dennoch ist die Schützenbruderschaft St. Johanni auf weltlicher und kirchlicher Basis immer für ihre Schützenbrüder und ihre nächsten Mitbürger da, ein Zeichen, dass sie fest zum Wahlspruch steht.
„Für Glaube, Sitte und Heimat“.


(von Horst Klose, langjähriges Vorstandsmitglied der Bruderschaft und Diözesan- Geschäftsführer Münster)


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